Phänomen #Selfie

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und die Kulturkonsorten laden ein zur Blogparade zum Thema Selfies anlässlich der Ausstellung „Ich bin hier!“.

Eigentlich bin ich ja für Selfies schon viel zu alt. Ich kann diesen Hype nicht verstehen, sich immer und überall in Szene zu setzen. Abgesehen davon find ich mich nicht wirklich fotogen, selbstgemachte Bilder sind noch schlimmer….die Anzahl Selfies, die es von mir gibt, kann man glaube ich an einer Hand abzählen.

Das Phänomen dieses „Ich und…“ ist ja aber nicht neu – neu ist nur, daß inzwischen fast jeder ein Smartphone hat und selber knipsen kann. In früheren Zeiten musste man noch einem Vorbeilaufenden dafür die Kamera in die Hand drücken und um ein Foto bitten.

Ich erinnere mich da an die Star-Trek-Conventions, die ich in früheren Jahren des öfteren besucht habe – es waren natürlich auch die entsprechenden Schauspieler zu Gast. Wenn man Glück hatte, dann begegnete man einem im Getümmel und sofort wurden gemeinsame Bilder gemacht: „Ich und George Takei“, „Ich und John de Lancie“, „Ich und XY“. Nicht nur das, in späteren Jahren wurden regelrechte Foto-Panels angeboten, wo man sich vor blauem Hintergrund zusammen mit seinem Star gegen entsprechendes Entgelt ablichten lassen konnte. Ich habe das nie mitgemacht, irgendwie fehlt mir da das Verständnis dafür. Was hab ich davon, was bringt mir das. Hm.

Das erste Selfie was ich gemacht habe, ist noch gar nicht so alt….das war vor 2 Jahren in Heidelberg, wo ich das erste Mal für ein paar Tage von Mann und Sohn getrennt war…es war auch gar nicht für die große weite Welt gedacht, sondern nur ein Gruß an die Daheimgebliebenen. Genauso wie die Selfies, die ich jetzt bei meinem Ägypten-Aufenthalt gemacht habe – und natürlich der Beweis, daß ich es dann doch endlich mal ins Land der Pharaonen geschafft habe.

Nunja, und dann war da ja noch die Gruppe ägyptischer Schüler (und andere Besucher!) in Philae, die alle unbedingt ein Selfie mit mir haben wollten – warum, ist mir auch immer noch unverständlich, denn weder bin ich prominent, noch besonders fotogen, noch kannten mich die Herrschaften irgendwie.

Abschließend bleiben viele Fragen und ein gewisses Wundern über das Phänomen Selfie. Ich persönlich nutze die Social Media meistens dazu, meine Sicht auf die Welt zu präsentieren und nicht der Welt einen Blick auf mich zu erlauben – vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich mit den Selbstporträts nicht so wirklich warm werden kann 😉

Advertisements

Ein Kommentar zu “Phänomen #Selfie

  1. Das mit der Gruppe ägyptischer Schüler fand ich überaus amüsant. Ich „badete“ häufiger in solchen lärmenden, lustigen und lachenden Haufen, die von breit grinsenden Lehrern umstanden wurden. Mein Konterfei prangt womöglich auch auf einigen (Smartphone-) SD-Karten. Es hilft alles nichts: dort sind halt WIR die „Ausländer“ und somit entsprechend genauso exotisch wie interessant. Gestaltet man sich selbst als „nahbar“, schrumpft jede Distanz mit Lichtgeschwindigkeit. Witzig. Ich habe das jedesmal sehr genossen, Männekes und allerlei Albernheiten gemacht. Die Kiddies sollten abends ihren Familien von einem „schrägen Franken“ erzählen, der mit ihnen Spaß gemacht hat.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s