#12von12 im Juli

#12von12 im Juli

Ich finde es ja immer wieder erschreckend, wie schnell so ein Monat rumgeht…schwupps, ist schon wieder der 12. Juli und ich habe seitdem nichts im Blog geschrieben…*schäm*

So sei es…es ist wieder #12von12!

Begleitet mich durch meinen Tag: 12 Bilder, am 12. eines Monats!

Die Übersicht über alle #12von12 gibts wie immer ab nachmittags bei Draußen nur Kännchen!

Regentröpfchen auf dem Weg zur Arbeit… #2von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday

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Ein echter Regentag…. #8von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #regen #rainyday

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Kind vom Hort abgeholt🙂 #9von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday

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Auf dem Weg zum Sport dem Regen trotzen! #10von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday

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Sport beim @ft.club 💪 #11von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #sport #crossfit #fitness

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Jetzt hats mit der Fertigstellung doch noch einen Tag gedauert, aber jetzt ists vollständig – bis zum nächsten #12von12🙂

#12von12 im Juni

#12von12 im Juni

Es ist wieder soweit – der 12. Juni schreit nach #12von12. Begleitet mich durch meinen Tag: 12 Bilder, immer am 12. eines Monats!

Im Blog eingepflegt immer etwas später – wenn ihr live an meinem 12. dabei sein wollt, dann folgt mir auf instagram!

Die Übersicht über alle #12von12 gibts wie immer ab nachmittags bei Draußen nur Kännchen!

 

 

 

 

 

 

 

 

…und jetzt schnell das Kind vom Freund abholen! #9von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday

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…soooooo, das war’s auch schon wieder an diesem 12. Juni – ich freu mich schon aufs nächste Mal!

Nur ein Block?

Nur ein Block?

Ich gestehe…ich habe eine neue Leidenschaft, die unglaublich zeitfressend ist – weswegen ich in letzter Zeit auch nicht so häufig zum Schreiben komme, wie ich es mir eigentlich wünsche…

Die Leidenschaft heißt Minecraft. Minecraft ist ein Computerspiel, daß es schon seit immerhin 2011 gibt und inzwischen ist es das meistverkaufte PC-Spiel aller Zeiten. 5 Jahre hat es gedauert, bis es mich auch erwischt hat.

Das Spielprinzip ist simpel. Minecraft generiert eine Welt, in der alles aus Blöcken besteht…Natur, Pflanzen, Tiere, Bauwerke, alles setzt sich aus Blöcken zusammen.

Kies im Vordergrund, Bäume, Wiesen, Blumen, Berge im Hintergrund

Blick in die Landschaft: Kies im Vordergrund, Bäume, Wiesen, Blumen, Berge im Hintergrund

Blick in die Landschaft: Bäume, Wasser, Berge aus verschiedenen Gesteinen und Erde

Bäume, Wasser, Berge aus verschiedenen Gesteinen und Erde

Diese Blöcke können verändert werden, abgebaut oder neu zusammengesetzt. Der Spieler beginnt (er „spawnt“) zu Anfang in einer gänzlich jungfräulichen Welt. Das Inventar ist leer, er hat nur seine Hände. Um in der Welt voranzukommen, braucht er zunächst Ressourcen wie Holz, Stein, Erde, Wasser, Wolle. Diese kann er mit der Hand abbauen, doch das dauert. Einfacher geht’s mit Werkzeugen.

Hat man also die ersten Bäume/Holz abgebaut, kann man dies zu Brettern umwandeln und aus den Brettern Stöcke herstellen. Aus Brettern und Stöcken kann man sich seine ersten Werkzeuge bauen: eine Axt zum Bäume fällen, eine Spitzhacke, um Steine abzubauen, eine Schaufel für Sand, Kies und Erde, ein Schwert zur Verteidigung.

Kühe und Schafe aus Blöcken. Es gibt auch noch Pferde, Hühner, Tintenfische...

Kühe und Schafe aus Blöcken. Es gibt auch noch Pferde, Hühner, Tintenfische…

Diese Werkzeuge können verbessert werden – zu Steinwerkzeugen, Metallwerkzeugen oder sogar welche aus Gold oder dem ultimativen Diamant. Doch man braucht noch mehr.

Es gibt in der Minecraft-Welt einen Tag-Nacht-Rhythmus, der jeweils 10 Minuten dauert. Nachts ist es dunkel, genauso wie in unterirdischen Minen, in denen man Kohle, Erz oder andere wertvolle Dinge findet. Man braucht also Licht. Indem man einen Stock mit Kohle kombiniert, bekommt man Fackeln. Tadaaa, Licht.

Erstellen einer Fackel im Inventar

Erstellen einer Fackel im Inventar

Einfache Dinge wie solche Fackeln, Bretter, Stöcke, kann man im eigenen Inventar mit der Hand herstellen. Für größere und kompliziertere Dinge braucht es dann eine Werkbank. Erz und Gold muß natürlich auch geschmolzen und weiterverarbeitet werden, dazu braucht es einen Ofen.

Die „Rezepte“, um verschiedene Dinge herzustellen, sind intuitiv und nachvollziehbar, man muß Dinge nur auf ihr Grundmuster reduzieren. Eine „U“ aus Holzbrettern ergibt ein Boot. Ein „H“ aus Stöcken ergibt eine Leiter.

In Minecraft gibt es verschiedene Spielmodi. Man kann alleine oder auch im Mehrspieler-Modus spielen. In letzterem teilt man sich eine Welt – wir haben inzwischen unsere gemeinsame Familienwelt, denn Mann und Sohn spielen natürlich auch😉

Unser gemeinsames Heim im Dschungel

Unser gemeinsames Heim im Dschungel

Desweiteren gibt es den „Überlebensmodus“, das normale Spiel, und den „Kreativmodus“, wo man bereits alles an Ressourcen zur Verfügung hat, sich nicht mit fällen, schürfen, schmelzen aufhalten muß, sondern einfach bauen kann. Wenn man weiter und tiefer in die Minecraft-Welt einsteigt, kann man sogar Maschinen und Schaltkreise bauen – das Spiel hat kaum Grenzen.

Soweit bin ich noch lange nicht. Mich fasziniert momentan eher das Bauen, Minen und Forschen.

Braucht man noch ein wenig mehr Herausforderung, so kann man auch mit Monstern spielen. Nachts wird die Minecraft-Welt dann unsicher. Sobald es dunkel wird, kommen Zombies, Hexen, Skelette und andere Unwesen aus ihrem Versteck und greifen an – da heißt es, alles gut auszuleuchten, sein Heim zu befestigen und sich zu bewaffnen. Das kann mitunter sehr aufregend sein!

Neben der normalen Welt (man kann im übrigen natürlich viele Welten erschaffen, jede ist anders!) gibt es noch den finsteren Nether, die Unterwelt, mit riesigen Lava-Meeren, finsteren Festungen und ganz eigenen Ressourcen. Schon ohne Monster gefährlich, mit Monstern? Herzrasen! Um dort hinzukommen, muß man ein eigenes Nether-Portal erschaffen, auch das nicht ganz so einfach.

Doch auch die Oberwelt bietet für den Forscher mehr als genug. Es gibt unterschiedliche „Biome“ – Wälder, Berge, Meere, Wüsten, Taiga, Dschungel. In der Wüste findet man Pyramiden, im Dschungel verlassene Tempel, unter der Erde kann man auf verlassene Minen treffen – und überall kann man Schätze finden! Allerdings sind diese natürlich durch Fallen gesichert und manch unbedarfter Spieler hat sich beim Plündern einer Pyramide schon in die Luft gesprengt. Ups.

Denn ja, sterben kann man auch in Minecraft. Man kann ertrinken, sich zu Tode stürzen, wenn man von zu hoch herunterspringt, es können einem Steine auf den Kopf fallen, man kann in Lava fallen oder sich eben in die Luft sprengen. Doch: es ist nicht alles verloren, denn man spawnt erneut.

Ich könnte noch viiiiiel mehr schreiben, ich denke, ihr könnt meine Faszination für diese Spiel erahnen. Bemüht doch mal Google und schaut euch an, was für Bauwerke man in Minecraft erschaffen kann – unglaublich! Und wenn ihr selbst Lust bekommen habt, einmal hereinzuschnuppern: es gibt auch eine kostenlose Demo-Version!

Frust, Ideen, Kreativität – Pfingstferienaktion im Museum

Frust, Ideen, Kreativität – Pfingstferienaktion im Museum

Manchmal kommt alles anders, als man es plant oder sich vorstellt, doch diesmal war es schon besonders heftig und ich (fast) ratlos.

Seit immerhin schon 1982 bieten wir vom Ägyptischen Museum in den Ferien Aktionen für Kinder an. Zunächst beschränkte sich das auf die große, vierwöchige Sommerferienaktion, seit 2008 haben wir das ganze aber auch auf die Oster-, Pfingst- und Herbstferien ausgeweitet, in diesem Jahr auch auf die Faschingsferien. Mal bieten wir nur eintägige Kurse an, mal auch etwas über mehrere Tage, traditionell an Ostern und Pfingsten. Von den Besucherzahlen früherer Tage, wo wir mit unserem Angebot allein auf weiter Flur standen, können wir heute nur träumen. Damals hatten wir manchmal bis zu 50 Kinder am Tag! Mit dem immer vielfältiger werdenden Angebot der Kinder-Freizeit-Gestaltung hat sich das geändert. Natürlich ebenso dadurch, daß wir jetzt zusätzlich auch in den anderen Ferien präsent sind und sich nicht alles auf den Sommer konzentriert. Früher waren unsere Angebote ganz frei, man konnte ohne Anmeldung einfach so kommen – etwas, das man heute nicht mehr machen kann, denn dann sitzen wir – erfahrungsgemäß – alleine da. Man muß sich inzwischen also anmelden, wenn man an unseren Angeboten teil nehmen will – doch auch das ist noch keine Garantie, daß die angemeldeten Kinder dann auch wirklich kommen, wie wir bei unserer letzten Aktion feststellen mussten.

Die diesjährige Pfingstferienaktion in der ersten Ferienwoche stand unter dem Motto „Ramses – Sonne Ägyptens“. Wie auch schon in früheren Jahren wollten wir einmal wieder ein Theaterstück einüben. Damit wir für die Aufführung auch entsprechendes Publikum hatten, war als letzter Tag, als Premiere, der Internationale Museumstag angesetzt. Soweit, so gut. 14 Kinder hatten sich angemeldet, damit hätte man arbeiten können. Am ersten Tag erschienen….3 Kinder. Eine davon gleich mit der Mitteilung, daß sie zur Aufführung aber nicht da ist. Etwas später kamen noch zwei Nachzüglerinnen, die beide so gut wie kein Deutsch und auch nur am ersten Tag mitmachen konnten.

Das war für mich der Moment, wo ich in der Tat auch erstmal etwas sprach- und ratlos da saß. Die Ferienaktion war angesetzt für 4 Tage, jeweils 4 Stunden lang – man braucht ja Zeit zum Üben, Kulissen erstellen, Kostüme basteln. Und jetzt? Hatte ich zweieinhalb Kinder. Für ein Theaterstück, bei dem ich mindestens 10 gebraucht hätte. Was tun? Ich war an dem Morgen wirklich kurz davor hinzuwerfen und die Kinder wieder nach Hause zu schicken. Kann man ja aber auch nicht machen, schließlich hatten sich die, die da waren schon so gefreut. Ziemlich sauer bin ich immer noch auf die Eltern, die ihre Kinder zu so etwas anmelden und dann einfach nicht erscheinen und sich noch nicht einmal abmelden oder auch nur entschuldigen. Das ist so ungerecht denen gegenüber, die da sind!

Tja, da ich ziemlich gefrustet war und echt nicht wußte, was tun, habe ich die Entscheidung den Kindern überlassen und wir haben das Problem in „großer“ Runde diskutiert. Wir haben nach Alternativen gesucht, wie wir doch mit zu wenig Mitspielern unser Theaterstück einüben können. Ein Puppentheater wurde in die Runde geworfen. Braucht man aber auch ziemlich viele Puppenspieler. Schließlich kam die Erleuchtung – wir drehen einen Film! Aber nicht mit Schauspielern, sondern mit:

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Playmobilfiguren! Die ganze Ägypten-Kollektion inklusive Tempel, Sphinx und Pyramide ist im Museum vorhanden und daß man Theaterstücke gut mit Playmobilfiguren nachstellen kann, weiß ich dank meines ehemaligen Schulkameraden Michael Sommer, der mit Sommers Weltliteratur to go recht erfolgreich ist. Die Kinder sprangen sofort darauf an und so verging der erste Tag wie im Fluge, indem die Figuren sortiert und Rollen verteilt wurden. Es wurde überlegt, was noch fehlt (ich habe zu Hause natürlich auch alles und konnte aufstocken…) und wie wir das ganze dann umsetzen. Eine ehemalige Museumspraktikantin war ebenfalls während der Aktion dabei und konnte ab dem dritten Tag eine Videokamera stellen (Danke, Louisa!!!). Erste Kulissen wurden gemalt und Stellproben gemacht.

Am zweiten Tag wurden erste Probeaufnahmen mit meiner Handykamera gemacht. Wir überlegten, wer wo stehen muß, es wurde hin und hergeschoben, daß auch alles ins Bild passt, an manchen Stellen musste noch der Text angepasst werden und es mussten natürlich auch die Sprechrollen auf unsere Kinder verteilt werden. Manche ägyptische Namen waren echte Herausforderungen: User-Maat-Re-Setep-En-Re, der Thronname Ramses‘ II. Und wie spricht man Neith, Ptah und Seth aus? Und es wurde auch noch eine Szene ergänzt, die im ursprünglichen Theaterstück nicht vorkam – die Kinder wollten unbedingt die Schlacht von Kadesch nachstellen!

An Tag 3 und 4 wurde richtig gefilmt, manche Szenen mussten mehrfach gedreht werden, irgendwas klappt immer nicht und wenn es der Nieser ist, der mitten in den gesprochenen Text platzt oder die Figur, die umfällt oder nicht richtig im Bild steht oder der verpasste Einsatz. Die Einführung musste gedreht werden und natürlich sollten – zur Orientierung für den Zuschauer – zu Beginn noch alle Schauspieler vorgestellt werden. Für mich hieß es aber auch, daß aus all den Videoschnipseln am Ende natürlich auch ein Film werden sollte – ich habe mich mit der Bearbeitung von Videos bisher nicht auseinander setzen müssen, aber das ist ja auch das schöne an meinem Job: auch ich lerne jeden Tag immer wieder dazu🙂

Den fertigen Film mussten wir uns dann natürlich auch mehrfach anschauen, ob noch etwas fehlt, ob alle Übergänge richtig sind – und immer noch mussten einige Szenen nachgedreht und eingefügt werden.

Das Ergebnis kann sich danke ich durchaus sehen lassen und zur Filmpremiere am Internationalen Museumstag am Sonntag hatten wir immerhin 25 Zuschauer (nicht viel, aber der Tag war eh sehr schwach besucht – das Wetter war zu schön) und stolze Kinder. Alles in allem war es für mich die tollste Ferienaktion, die ich in den zwölf Jahren am Museum je gehabt habe. Die Kinder waren so selbständig, kreativ und mit Feuereifer bis zum Schluß konzentriert dabei, wirklich ganz prima, wenn man den schlechten Anfang bedenkt. Danke Laura, Marthe und Henrik für eure tolle Arbeit!

Ich will euch unser Endprodukt natürlich nicht vorenthalten – hier ist er, der Film „Ramses – Sonne Ägyptens“:

 

#12von12 im Mai

#12von12 im Mai

Schon wieder ein Monat rum! Begleitet mich durch meinen Tag, 12 Bilder, immer am 12. eines Monats! Im Blog eingepflegt immer etwas später – wenn ihr live an meinem 12. dabei sein wollt, dann folgt mir auf instagram!

 

Die Übersicht über alle #12von12 gibts wie immer bei Draußen nur Kännchen!

 

Schöne Aussicht zum Mittagessen….Wetter könnte besser sein… #4von12 #12of12 #12v12 #12von12

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…unterwegs #7von12 #12von12

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…angekommen und Führung in Weiden! #8von12 #12von12 #museum #museumlove #instamuseum #latergram

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…natürluch mit Bierverkostung in Weiden😉 #9von12 #12von12

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Heim im Regen #10von12 #12von12

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…zzzzzzzzzzzz #12von12 #anddone #gutenacht #goodnight #seeyousoon

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Bier im alten Ägypten – Ein Experiment

Bier im alten Ägypten – Ein Experiment

2016 jährt sich das bayerische Reinheitsgebot des Bieres zum 500. Mal  – da in Bayern das Bier ja quasi eines der Grundnahrungsmittel darstellt, ist dies natürlich ein Grund zum landesweit Feiern!

Für uns im Ägyptischen Museum lag es nahe, uns diesem Jubiläum anzuschließen und dem Besucher zu zeigen, daß Bayern und Altägypter ganz ähnlich ticken – denn im alten Ägypten gehörte schon vor 5000 Jahren das Bier zu den Grundnahrungsmitteln, zum Lohn der Arbeiter und natürlich als Versorgung für die Verstorbenen im Jenseits!

„Ein Opfer, das der König gibt durch Osiris, den Herrn von Busiris, den Ersten der Westlichen, den großen Gott, den Herrn von Abydos. Er möge geben ein Totenopfer, (bestehend aus) Brot, Bier, Rind, Geflügel, Leinen und Alabaster, (sowie) alle guten (und) reinen Dinge…“

So lautet der einführende Text auf vielen Grabstelen aus dem alten Ägypten.

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Relief mit Bierbrauszene im Ägyptischen Museum München (c) Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, Foto: M. Franke

Wir wollten uns nun der Herstellung des ägyptischen Bieres widmen. Zwar sind wir durch viele Abbildungen über den Herstellungsprozess informiert, genaue Rezepte sind leider nicht überliefert.
Bier war im alten Ägypten eng mit der Brotherstellung verbunden. Braubrote wurden geformt, leicht angebacken, so daß sie im Inneren noch klebrig waren, sich außen aber schon eine Kruste gebildet hatte. Diese Braubrote wurden dann mit Wasser vermengt, die Flüssigkeit durch ein Sieb abgegossen und zum Gären stehengelassen.
Das war alles, was wir für unser Experiment an Vorgaben hatten. Ziel des ganzen war es, daraus ein kleines mediales Ereignis zu machen – live brauen sozusagen – und auch im Museum Gruppenführungen zum Bier mit anschließender Verkostung anzubieten. Es musste also eine genießbare Flüssigkeit hergestellt werden.

Das erste Experiment fand in meiner heimischen Küche statt. An Zutaten habe ich mich rein auf Gerste beschränkt. Die wurde auch im alten Ägypten schon angebaut.

„Nimm helle, reine, schöne Gerste (…) mahle die Körner und Bereite Brote, d.i. Malzbrote, indem du Sauerteig wie zu gewöhnlichem Brot hinzugibst; dann röste diese Brote, aber nur oberflächlich und wenn sie Farbe bekommen, so kläre ein süßes Wasser ab und seihe es durch einen Seiher oder ein feines Sieb (…)“
So schreibt Zosimos um 400 über das ägyptische Bier und das war meine Rezeptgrundlage.

Aus meinem eigenen vorhandenen Sauerteig habe ich einen Gerstensauerteig umgezüchtet. 100 Gramm von diesem Sauerteig habe ich mit 150 Gramm Gerstenmehl vermengt, 250 Gramm Gerstenmalz dazugetan und mit 300 Milliliter Wasser aufgegossen. Dieser Teig wird gründlich geknetet, zu flachen Fladen geformt und darf dann etwa 3 Stunden gehen.
Danach wird er bei 250° etwa 15 Minuten gebacken. Nachdem das Braubrot etwas abgekühlt aber noch warm ist, wird es zerbröselt und mit 3 Liter Wasser aufgegossen.
Gerste enthält relativ wenig Kleber – das führt dazu, daß einem das Braubrot schon fast in den Händen zerbröselt, wenn man es aus dem Ofen holt. Für ein normales Brot zum Essen ist es nicht sehr gut geeignet – zum Brauen aber ist es perfekt!

Ich habe dann das ganze nicht abgegossen, sondern es so stehen gelassen, mit der eingeweichten Brotmatsche drin, die relativ bald auf den Boden meines Braugefäßes gesunken ist.

Am nächsten Tag war vom Brot selber gar nichts mehr zu sehen, nur noch eine dunkle, fast schwarze, brotig riechende Flüssigkeit schaute mir entgegen. Noch einen tag später war die Farbe der Flüssigkeit umgeschlagen in ein goldgelb und die Hefe hatte ihre Arbeit aufgenommen. Die Flüssigkeit blubberte fröhlich und hörbar vor sich hin!

Ich habe das ganze dann eine Woche stehen gelassen, dann wurde die Masse abgeseiht. Das erwies sich als ziemlich schwierig, die Brotmatsche unten drin war ziemlich matschig und hat jedes Sieb zugesetzt, auch durch das Leinentuch, was wir verwendet haben, ging es nur ziemlich langsam und hat die ganze Nacht gedauert.

Das Ergebnis konnte sich aber durchaus sehen lassen. Es hat einen leicht säuerlichen Geschmack, brotig, fast zritronig. Schmeckt ähnlich wie Apfelessig. Für uns nicht wirklich bierig, aber in der altägyptischen Hitze durchaus erfrischend. Experiment geglückt!?

Im Prinzip schon, allerdings sind mir zwei weitere Ansätze umgekippt und schimmelig geworden.

Ich weiß bisher nicht, woran es lag. Oder was der alte Ägypter gemacht hat, wenn so etwas passiert ist, denn mit der Sauberkeit damals war es sicher auch noch nicht soweit her. Andererseits ist das natürlich auch das spannende an der Experimentalarchäologie😉

Nichtsdestotrotz, das Prinzip funktionierte, wir konnten also unser Schaubrauen vorbereiten. Wir haben uns altägyptische Brautöpfe nachtöpfern lassen und uns entschlossen, das Experiment im historischen Ambiente nachzustellen – auf dem Bajuwarenhof Kirchheim. Warum dort? Nun, der geneigte Leser meines Blogs weiß, daß ich dort ehrenamtlich aktiv bin und den Lehmbackofen betreue. Dieser hat zwar keine direkten altägyptischen Entsprechungen, ist vom Backverhalten aber doch besser als ein moderner Elektrobackofen. Außerdem gibt es einfach schönere Bilder her, als wenn wir in der Museumswerkstatt gebraut hätten!

Die beiden Beiträge des Bayerischen Rundfunks, die dabei entstanden sind, sind am Ende des Beitrages verlinkt, auch ein kleiner Artikel aus der BILD-Zeitung ist dabei herausgekommen.

Alles in allem hat das Experiment gut geklappt, auf einige Schwierigkeiten sind wir aber doch gestoßen. Unser Sieb hat nicht funktioniert, es war zu engmaschig. Wir konnten die eingeweichte Masse also nicht direkt nach dem einweichen abseihen, wie wir es vorgehabt haben, sondern haben es dann doch im Brautopf stehengelassen. Zu transportieren war es nicht, weswegen es nach dem Ansetzen erst einmal eine Woche auf dem Bajuwarenhof stand – es war leider die Woche des Kälteeinbruchs – der Hefe hat das nicht gefallen und sie hat nicht viel gearbeitet. Nach einer Woche war die angesetzte Flüssigkeit immer noch dunkel und roch sehr brotig.

Wir haben das ganze dann abgeschöpft, den Bodensatz entsorgt (bis auf eine Probe, mal schauen, was ich damit noch anfangen kann) und Töpfe und Flüssigkeit ins Museum geschafft. Dort habe ich die Flüssigkeit nochmal in den Tontopf gegossen und ein paar Tage stehen gelassen. Die Hefe ist sofort aktiv geworden – Farbe ist umgeschlagen und es hat geblubbert. Ob es nun trinkbar ist und was der Geschmackstest sagt – wir sind gespannt!

…Fortsetzung folgt…

 

Zum Weiterlesen:

Artikel auf dem Blog der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern

Ancient (t)ales, der Blog von Menqt

Musealer Praxistest in der Mediathek des BR

Podcast „Ägyptisches Bier“, Sendung vom 25.4.16, bei Bayern 2

Video „Bierbrauen“ auf dem Multimediaguide des Museums

 

Bier-Termine im Museum

Gruppenangebot „Das Bier im alten Ägypten“ im Museum

So, 22.5.16, 13 Uhr: Vortrag „Das Bier der alten Ägypter“ von Barbara Link, M.A., im Rahmen des Internationalen Museumstages

Di, 30.5.16, 20 Uhr: Poetry Slam „Prosit!“ im Museum

#12von12 im April

Ich bin im Verzug…und auch dieser Post ist schon wieder zwei Wochen zu spät….warum? Nun, daß werde ich euch vielleicht die Tage mal verraten🙂

Jetzt ist es aber erstmal Zeit für #12von12 im April- 12 Bilder, die den 12. April dokumentieren.

Eine Übersicht über alle Teilnehmer gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen!

Guten Morgen #12von12! #rainymorning #morgen #12of12 #12v12 #1von12

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Emails und Buchungsanfragen abarbeiten… #4von12 #12of12 #12v12 #12von12 #email #buchung #veranstaltung #museum

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Hieroglyphenkurs, done! #7von12 #12of12 #12v12 #12von12 #Hieroglyphen #kurs #museum

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Heimweg! #10von12 #12of12 #12v12 #12von12 #feierabend

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Prost! Das gab ich mir nach diesem Tag echt verdient… #11von12 #12of12 #12v12 #12von12 #prost #abendessen

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…und der 12. Mai kommt bestimmt und ich weiß schon jetzt – der wird spannend!