#12von12 im Juni

#12von12 im Juni

Ja! Endlich wieder einmal #12von12 – 12 Bilder, am 12. eines Monats! Begleitet mich durch meinen Tag!

Die Übersicht über alle #12von12 gibts wie immer ab nachmittags bei Draußen nur Kännchen

 

Wetter ruft heute eher Freibad als Arbeit…🙄 #2von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday

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Improviertes Mittagessen … #5von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #salat #instafood

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Kürbisernte…🎃 #9von12 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #minecraft #gaming

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Bettchenzeit! Gute Nacht! #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #gutenacht #schlafenszeit #bygraziela

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Schreibblockade?

Schreibblockade?

Der ein oder andere mag sich vielleicht gewundert haben, dass es schon wieder so ruhig hier auf dem Blog ist und ich sogar das #12von12 im März verpasst habe. Das lag allerdings daran, dass wir an dem Wochenende unterwegs waren und ich so beschäftigt war und einfach keine Zeit gefunden habe …
Was die Leere im Blog betrifft – glaubt nicht, dass es mir an Schreibideen mangelt, im Gegenteil! Von euch unbemerkt ist im Hintergrund nämlich mein erstes eigenes Buch entstanden und gewachsen und befindet sich momentan in der Endkorrektur um vielleicht, hoffentlich, in Bälde veröffentlicht zu werden.
Ich gebe zu, ein wenig stolz bin ich schon, dass das Werk so weit gekommen ist. Ich schreibe schon lange, eigentlich schon immer, aber fertig geworden ist nie etwas. Viele unfertige Manuskripte liegen in der Schublade, aber dieses eine, erste, hat seinen Weg gemacht.
Es ist ein historischer Krimi geworden, der um 1889 in München spielt und natürlich darf auch Altägypten dabei nicht zu kurz kommen, wer hätte das gedacht?
Wollt ihr einen Auszug?

Ein ausgeklügeltes System von Gaslampen und Spiegeln hatte die Maske ins rechte Licht gesetzt. Die Augen aus Bergkristall funkelten und schienen dem Betrachter durch den Raum zu folgen. Pechschwarz war ihre Oberfläche. Sie saugte das Licht auf und verlieh dem Stück trotz der Beleuchtung eine Düsternis, die dem Gott des Jenseits angemessen war.
Museumskurator Hans Karmann strich über die bemalte Stuck-Oberfläche der Anubismaske. Der Ägyptische Saal der Glyptothek war der einzig angemessene Ort, an dem diese spektakuläre Neuerwerbung präsentiert werden konnte. Seine Finger glitten über die aufgestellten Ohren des Schakalskopfes, über die lange Schnauze und den übermäßig breiten Hals mit den Gucklöchern, in dem der Kopf eines Priesters gesteckt hatte, wenn er bei der Mumifizierung eines Verstorbenen in die Rolle des Gottes Anubis schlüpfte.
Es war ein außergewöhnlich schönes Stück altägyptischer Kunst, das er da gefunden hatte. Auch wenn die Maske hier nicht ihren endgültigen Standort finden würde – Direktor Brunn wollte sie nach der feierlichen Präsentation zu den anderen Aegyptiaca in das Antiquarium in der Residenz überführen lassen. Dort sollte sie zwischen den Särgen ausgestellt werden. Durchaus nachvollziehbar, fand Karmann. Die Ausstellung in der Glyptothek konzentrierte sich auf die steinerne Rundplastik der antiken Kulturen. Aber er hätte dieses neue Objekt viel lieber in seiner unmittelbaren Nähe gehabt.
Noch einmal umschritt er die Maske, kontrollierte ihren Sitz auf dem eigens angefertigten Sockel, prüfte und korrigierte ein letztes Mal die Einstellung der Lichter, bis er mit der Installation zufrieden war.
Die feierliche Enthüllung, zu der sich auch der Prinzregent persönlich angekündigt hatte, sollte in vier Tagen stattfinden. Bis dahin gehörte Anubis nur ihm und würde wieder seinen Platz auf seinem Schreibtisch einnehmen. So lange hatte er noch Zeit, die kleine Begleitpublikation fertig zu stellen, die er dem Prinzregenten höchstpersönlich überreichen würde. Diese Ehre konnte er sich nicht entgehen lassen.
Karmann hob das Artefakt vorsichtig von seinem Sockel. So konzentriert war er bei seiner Arbeit, dass er die leisen Schritte, die den Saal durchquerten, nicht vernahm. Als sich eine Hand auf seine Schulter legte und er sich überrascht umdrehte, war es bereits zu spät…

 

Und wer jetzt wissen will, wie es weitergeht, der muss noch bis zur Veröffentlichung warten 😉

Derweil beschäftige ich mich schon mit Band zwei und bin beim Camp NaNoWriMo aktiv. Seid also beruhigt, wenn es hier ruhig ist, wird anderweitig geschrieben.

Und wenn wir gerade dabei sind, geht an dieser Stelle schon einmal ein Dank an meine Schreibgruppe, die die Motivation aufrecht erhält, an Rolf für ein tolles Cover, an Diana Hillebrand, die an allem Schuld ist und natürlich an Mann und Kind, die meine gesitige Abwesenheit immer ganz geduldig ertragen…

Wir lesen uns!

#12von12 im September

#12von12 im September

Falls ihr euch gewundert habt, daß es kein #12von12 im August gab und daß es auch sonst sehr ruhig war…wir waren in Urlaub 😉

Aber nun ist wieder #12von12!

Begleitet mich durch meinen Tag: 12 Bilder, am 12. eines Monats!

Die Übersicht über alle #12von12 gibts wie immer ab nachmittags bei Draußen nur Kännchen!

 

 

 

 

Und raus geht's…! #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #4von12

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…Kino fertig,ab nach Haus! #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #6von12

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Im Stemmerhof in München, immer wieder schön 🙂 #12von12 #12v12 #12of12 #meintag #myday #11von12

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Das war der September….wir sehen uns spätestens im Oktober 😉

 

 

 

Clue-Writing: Ikarus

Ich nutze meine freien Tage immer noch, um das Schreiben ein wenig voranzutreiben – wundert euch also nicht, wenn ihr nichts von mir hört 😉

Durch Zufall bin ich währenddessen auf eine passende Blogparade gestoßen und zwar die die dritte Clue-Writing-Blogparade. Clue-Writing gibt in diesem Fall einen Ort und fünf Stichworte vor, die in der Geschichte vorkommen müssen, der Rest ist dem Schreiberling freigestellt.

Die Vorgaben waren: Setting – Wohnblock, Stichworte – Flügel, Schafe, Enthusiasmus, Teppichboden, Gewürznelke

Als kleine Übung möchte ich mich mit diesem Beitrag auch daran beteiligen und freue mich wie immer über eure Rückmeldungen!

Ikarus

Flügel. Sie hatte Flügel. Groß waren sie. Mächtige, weiße Schwingen, mit denen sie sich majestätisch erhob und alles hinter sich zurückließ. Ihre Umgebung wurde immer kleiner. Das chaotische Zimmer, die kleine Wohnung, der trostlose Wohnblock. Alles blieb zurück, während sie ihre Schwingen ausbreitete und emporstieg. Hoch und immer höher, dem endlosen Blau und der strahlenden Sonne entgegen. Die Stadt war nur noch als schmutziggrauer Fleck unter ihr zu erkennen, bis auch sie sich auflöste und sie über einer schier endlosen weißen Wattewolkenwelt schwebte.
Frieden. Hier gab es Frieden. Alles war ruhig, nichts störte sie, während sie über die gleißende Wolkenwüste flog. Hier war sie die Herrin über sich selbst. Niemand schubste sie herum, niemand verlangte Dinge von ihr, die sie nicht tun konnte, niemand machte ihr Vorschriften. Sie war ganz bei sich selbst.
Ob sie noch höher steigen konnte? Auch noch diesen letzten Rest der Welt hinter sich lassen konnte? Höher, immer höher, bis sie zwischen den Sternen schwebte. Mitten im Nichts. Mit einem mächtigen Schwingenschlag erhob sie sich weiter, weiter, höher, immer höher, zur Sonne!
Doch? Die Sonne! Sie brannte! Heiß und immer heißer wurde es, hell, und immer heller. So grell, das Licht! Die Hitze. Brennende Strahlen, die ihre Flügel trafen und sie versengten. Sie brannten. Aus weiß wurde grau, wurde schwarz. Dann war nichts. Nichts, das sie mehr am Himmel hielt. Sie fiel. Sie stürzte. Sie taumelte. Schnell, immer schneller, schneller, schnelle! Tief und tiefer. Die Wolkenwand, sie konnte sie nicht auffangen. Hinab, herunter, durch das strahlende Weiß in die graue, triste Tiefe. Es zog sie hinaub und sie stürzte, bis sie unsanft wieder in ihrem eigenen Körper landete.

Würgend erbrach sich Nelly auf den Teppichboden. Farblich machte es keinen großen Unterschied. Kotzbraun, so kam er ihr eh immer vor. Sie hustete und spuckte den Rest ihres mageren Mageninhaltes auch noch vor sich, bis nur noch bittere Galle kam.
Mit dem Handrücken wischte sie sich den Mund ab, dann schob sie ein dreckiges T-Shirt über den Fleck auf dem Teppich. Auf wackeligen Beinen erhob sie sich, taumelte in das winzige, fensterlose Bad und spülte sich den Mund mit Wasser aus.
Verdammte Scheiße, wenn Tom heimkam und sie so vorfand, dann würde sie wieder etwas zu hören kriegen. Schlampe, faule Sau, raff dich mal auf, tu mal was für deinen Lebensunterhalt. Such dir endlich eine Arbeit. Hast du schon wieder gesoffen? Wo hast du eigentlich die Kohle für den Sprit her? Hast dich sicher wieder durch den halben Wohnblock gevögelt dafür, oder?
Nelly riss die Türen des Badschranks auf und kramte hektisch nach den Aspirin, die dort irgendwo standen. Sie riß die Packung auf, drückte vier Stück der kleinen weißen Pillen in ihre Handfläche. In der Küche fand sie noch eine angefangene Flasche Gin, setzte sie an und spülte die Tabletten mit einem großzügigen Schluck runter. Auf der Arbeitsplatte stand ein kleines Döschen mit Gewürznelken. Nelly drehte es auf und steckte sich drei der getrockneten Knospen in den Mund. Kräftig begann sie zu kauen, das übertünchte allen Alk-Geruch, auch wenn es gräßlich schmeckte.
Gegen den schmutzigen Tisch gelehnt schloß Nelly kurz die Augen. Sie meinte, noch die Flügel an ihrem Rücken zu spüren. Schwingen, die sie emporgetragen hatten. Raus aus dieser Klitsche, in der es für sie sowieso keine Zukunft gab.
Und Tom, der Drecksack? Der hatte sie eh nicht verdient. Sie nahm noch einen tiefen Zug aus der Flasche und begann erneut zu würgen, als sie sich an den Nelken verschluckte.
“Verfickte Schafscheiße” brüllte sie und warf die Flasche aus der Tür. Mit einem hellen Splittern zerbrach sie an der Wohnzimmerwand. Würziger Wacholderduft übertönte kurzzeitig den Geruch alter Kleidung, kalten Rauchs und ungewaschener Nelly. Und Kotze.
Es reichte. Ab heute würde alles anders werden.
Nelly spuckte die Nelkenreste in die Spüle und wischte sich durchs Gesicht. Sie würde hier herausgehen und ihr Leben würde sich ändern. Sie würde ihre Flügel auspacken und sich erheben. Niemand würde ihr mehr sagen, was sie zu tun und zu lassen hatte.
Mit einem Klicken fiel die Wohnungstür hinter ihr ins Schloß.

Hausmeister Hartkamp fegte ohne großen Enthusiamus den Plattenweg, der zum Haupteingang des Wohnblocks führte, als er über sich ein Geräusch hörte.
Sein Blick wanderte nach oben und er konnte gerade noch die Gestalt sehen, die oben auf dem Dach des Hauses stand und ihre Arme ausbreitete, als ob sie fliegen wollte.

Nellys Flug dauerte 3 Sekunden.