Vinzenz on Tour – Tag 2 im Ägyptischen Museum

Den ersten Tag hat Vinzenz, das Maskottchen des Holzknechtmuseums in Ruhpolding und „der kleinste Museumspädagoge der Welt“ gut im Ägyptischen Museum überstanden – es war Zeit für eine weitere Entdeckungsreise!

Heute ging es in die Dauerausstellung des Museums, natürlich immer auf der Suche nach Holzobjekten! Die größten Stücke, die wir au Holz haben, sind Särge:

Das zentrale Stück in unserem Raum „Jenseitsglauben“ ist auch ein Teil eines Sarges – die goldene Maske der Königin Satdjehuti.

140 Zeichen auf Twitter reichen ja nie aus, um die Geschichte zu den Stücken zu erzählen – das soll an dieser Stelle nachgeholt werden!
Satdjehuti ist eines der Prunkstücke des Museums und auch eines der am besten untersuchten. Durch Holzanalysen hat man herausgefunden, daß der hauptteil der Maske aus Sykomore besteht.
Särge sind im alten Ägypten nie aus einem Stück Holz gefertigt, sondern aus verschiedenen Teilen zusammengefügt. Diese Holzteile sind zusammengedübelt – die Dübel bestehen aus der wesentlich festeren Tamariske.
Der Sarg schützte die Mumie im Inneren – es bestand jedoch durch die Ritzen zwischen den Holzteilen die Gefahr, daß böse Geister in den Sarg eindringen und der Mumie schaden könnten. So bemalte man die Stoßkanten der Hölzer in Rot, um durch diese Farbe das Böse abzuwehren. Die Frabreste kann man noch gut auf der Rückseites des Sarges erkennen und auch die Holzdübel!

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Satdjehuti lebte in der sogenannten Zweiten Zwischenzeit, in der 17. Dynastie, um 1575 v. Chr. Es war die zeit der ersten Fremdherrschaft in Ägypten. Wandernde Beduinenstämme waren aus dem Gebiet von Syrien und Palästina in das Delta eingewandert und hatten sich dort niedergelassen. Das gegen Ende des Mittleren Reiches sehr schwache ägyptische Königshaus zog sich immer weiter in den Süden bis nach Theben zurück, im Norden gründeten die „Heqa Chasut“ – die „Herrscher der Fremdländer“ – ein eigenes Reich und eine Hauptstadt. In der griechischen Überlieferung nannte man sie später die Hyksos.
Für königliche Särge verwendete man in Ägypten normalerweise das wertvolle Zedernholz aus Byblos und dem Libanon, doch der Handelsweg nach Norden war in der Zweiten Zwischenzeit durch die Hyksos versperrt und deswegen ist der Sarg der Satdjehuti aus einheimischen Hölzern gefertigt!
Auf das Holz hat man eine dünne Stuckschicht aufgetragen, darüber Blattgold, so daß der ganze Sarg aussah, als wäre er aus purem Gold gefertigt.

Wer noch mehr über Satdjehuti wissen will, dem sei der Katalog „Im Zeichen des Mondes“ ans Herz gelegt – er ist erhältlich in unserem Museumsshop!

Vinzenz war von den Särgen auf jeden Fall so beeindruckt, daß er gleich in einem nächtigen wollte!

Wir sind gespannt, was der morgige Tag bringt!

Alle Abenteuer von Vinzenz sind bei Twitter zu verfolgen: #VinzenzOnTour
Oder auf der Seite des Holzknechtmuseums: Vinzenz On Tour

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2 Kommentare zu “Vinzenz on Tour – Tag 2 im Ägyptischen Museum

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