Es weihnachtet….

…auch hier im Blog und natürlich auf altägyptisch – denn wie wir schon wissen: Wer hat’s erfunden? Die alten Ägypter natürlich!

Gestern beim Abschied im Hort fragte mich eine Erzieherin, wie man denn in Altägypten Weihnachten gefeiert hat – da hat man doch bestimmt Palmen geschmückt, oder? Darauf blieb mir erstmal nicht viel zu sagen.

Aber was hat Weihnachten denn nun mit Altägypten zu tun? Mehr als man denkt, denn vieles im christlichen Glauben basiert auf altägyptischen Vorläufern. Wenn man jemandem einen neuen Glauben näher bringen und ihn bekehren will, dann baut man auf bekanntes auf und sagt nicht, daß alles alte Müll war und jetzt ist alles ganz anders!

So basiert das Bild der Maria lactans auf der Darstellung der Göttin Isis mit dem Horuskind auf dem Schoß.

In vielen frühchristlichen Darstellungen findet sich das altägyptische „anch“-Zeichen als Kreuz verwendet und auch die Vorstellung der Wiederauferstehung ist altägyptisch: Osiris, der von seinem eifersüchtigen Bruder Seth umgebracht wurde, um dann von seiner Ehefrau Isis wieder zum Leben erweckt zu werden.

Anlehnungen an Weihnachten finden sich in der sogenannten „Geburtslegende“, die sich mit Darstellungen unter anderem im berühmten Tempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari findet, aber auch schon in den Erzählungen des Alten Reiches im Papyrus Westcar anklingt. Eine menschliche Frau gebärt den von Gott gezeugten neuen König. Gut, es fehlt uns der ganze Kram mit der jungfräulichen Geburt – wobei das mit den ganzen frühen Bibelübersetzungen ja nun auch durchaus nur ein Übersetzungs- und Interpretationsfehler sein könnte: junge Frau = Jungfrau und eben nicht biologisch gesehen…

Vor einigen Jahren haben wir die Geburtslegende für unseren Kindernewsletter zusammengefasst. Ich möchte sie heute hier einmal zitieren.

Die altägyptische Geburtslegende

In der Vorstellung der Ägypter hatte ihr König, der Pharao, eine menschliche Mutter und einen göttlichen Vater, er war also Mensch und Gott zugleich. Seine Mutter war die „Große Königliche Gemahlin“ des regierenden Herrschers – also die Königin; sein Vater war der höchste der Götter, der Götterkönig Amun. In vielen Tempeln ist die Geschichte der Abkunft des ägyptischen Königs in den Reliefs an den Wänden dargestellt worden.

(mit Dank an Frau Dr. Schoske, Chefin des Ägyptischen Museums München, die diese Texte für unseren Kindernewsletter geschrieben hatte)

Es sind doch also einige Parallelen zu den christlichen Vorstellungen zu erkennen, inklusive Verkündigung durch einen Götterboten. Und auch das Erschaffen des Menschen aus Ton findet sich ja in der Bibel wieder.

Die Liste ließe sich noch ein wenig länger fortführen, dazu vielleicht ein anderes Mal. Für heute wünsche ich allen treuen und neuen Lesern fröhliche Weihnachten, ob christlich oder vom Konsum geprägt, ob gefeiert wird oder nicht, trotzdem eine schöne Zeit – vielleicht ja doch mit der ein oder anderen geschmückten Palme?

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2 Kommentare zu “Es weihnachtet….

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