Abschied von Assuan

Es ist soweit, der letzte Tag in Assuan ist angebrochen, morgen früh um 4 Uhr geht’s mit Boot und Taxi in Richtung Flughafen und dann über Kairo zurück nach München.

Die 14 Tage Ägypten waren unglaublich lang, andererseits sind gerade die letzten Tage derart schnell verflogen und auf meinen Abschied sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge hin. Lachend, weil ich in München endlich wieder meine Männer in die Arme schließen kann. Weinend, weil ich Assuan und Elephantine unglaublich vermissen werde.

Morgens früh aufstehen und bewundern, wie die Morgensonne auf die Westwüste scheint. Im Laufe des Tages zu beobachten, wie sich das Licht verändert. Es gibt im Sand unglaublich viele Schattierungen, mal hell, mal dunkel, rötlich, orange, gelb und genauso ein Farbenspektrum bietet auch der Himmel, am Morgen, am Abend, aber auch am Tag. Der Nil, der majestätisch vorbeifließt. Der Wind, der fast immer leicht von Norden weht, mal kühl, mal warm, aber immer anders. Der Geruch der Luft, der ein ganz eigener und manchmal richtig süß ist. Es wird mir fehlen und deswegen werde ich mit Sicherheit auch ganz bald zurückkehren.

Heute bin ich mit der Grabungsmannschaft am frühen Morgen in die Westwüste herübergefahren um mit ins Deir-Anba-Hadra-Kloster zu kommen. Großen Dank an dieser Stelle an Lena Krastel und Sebastian Olschok, die beide etwas ihrer kostbaren Zeit geopfert haben, um mich durchs Kloster zu führen, auch davon gibt es mehr Bilder, wenn ich wieder stabiles und zuverlässiges Internet habe.

Auch diese Anlage ist unglaublich spannend und es gibt viel zu tun und zu entdecken aber genau wie bei allen anderen Projekten ist das Problem immer: Zeit und Geld.

Am Nachmittag habe ich mir noch einmal meinen Fotoapparat geschnappt und bin durch das nubische Dorf gelaufen, das zwischen Grabungshaus und Fähranlegestelle liegt.

Anbei ein paar Impressionen.

Jetzt heißt es nochmal ganz intensiv Wüstenluft atmen, sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen und dann morgen zurück ins herbstliche Deutschland.

Mit lachendem und weinendem Auge….

Bis bald, Assuan.

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Ein Kommentar zu “Abschied von Assuan

  1. „Der Geruch der Luft, der ein ganz eigener und manchmal richtig süß ist.“
    Der Satz hat mich elektrisiert. Denn merkwürdigerweise berichten nur wenige Ägyptenbesucher genau davon. Ich kann die Stunden nicht mehr zählen, die ich abends am und auf dem Nil verbracht und genau diesen Duft genossen habe (wenn er nicht grad von einer frischen Dieselfahne unterbrochen wird).
    Vielen Dank für Ihre Berichte; sie waren intensiv und beeindruckend. Es freut mich immer ganz ungemein zuzusehen, wie Menschen „Opfer“ Ägyptens werden und den Zauber des Landes gefunden haben! 🙂

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