Staub und Steine, Teil 1 – Assuan, Tag 8

Heute ist FREItag (30.10.) – Wochenende!

Und was tut man am Wochenende? Man macht einen Ausflug! Und was tut man, wenn man Archäologe ist? Man besucht Ruinen! Und was tut man, wenn man gerade an einem koptischen Kloster gräbt? Man sucht Klosterruinen!

Wir hatten uns also verabredet, mit dem Teil der Deir-Anba-Hadra-Mannschaft auf die Suche nach den Überresten des Klosters in Deir el-Kubanieh zu gehen.

(n.b.: Wer mehr wissen will über die Grabung der schaut auf die Seite des Deutschen Archäologischen Institutes: Deir Anba Hadra Projekt)

Von Kubanieh gibt es nur einen Ausgrabungsbericht von Herrmann Junker aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Von einer unserer ägyptischen Mitarbeiterinnen wußten wir, daß dort wohl nur noch eine Ziegelmauer steht. Wir ließen uns überraschen.

Für 10 Uhr war das Taxi bestellt und dann ging es in die Wüste nördlich von Assuan. Nach kurzer Verwirrung – es gibt Kubanieh-Nord und -Süd, wir waren zuerst in Nord, war ja klar – fanden wir dann auch unsere Lehmziegelmauer. Wir hatten den alten Junker-Plan mitgenommen (Bild) und versuchten ihn, vor Ort nachzuvollziehen. Gar nicht so einfach, denn gerade DIE große Mauer fehlt auf seinem Plan völlig und auch sonst ist er sehr ungenau.

Es war auf jeden Fall noch mehr da als die eine Mauer, aber wirklich spektakulär ist es nur für die Fachleute 😉 Und auch das nicht unbedingt. Es müsste dringend mal gegraben werden, aber: Zeit! Geld!

Nachdem wir also nach anderthalb Stunden fertig waren und der Tag noch lang war, beschlossen wir, die Gräber auf der Qubbet el-Hawa anzuschauen, da auch dort noch nicht alle (including me) gewesen waren.

Unser Taxifahrer brachte uns an die nördliche Anlegestelle und als wir drüben angekommen waren, mussten wir feststellen, daß das Kartenhäuschen leider geschlossen war, der Herr war beim Freitagsgebet, nur ein netter Touristenpolizist war da, der uns bat, zu warten und uns dann nach einiger Zeit einfach den Berg hochschickte und uns das Versprechen abnahm, die Karten einfach nachzulösen. Taten wir dann natürlich auch!

Die Qubbet el-Hawa von Assuan aus gesehen

Die Qubbet el-Hawa von Assuan aus gesehen

Die Gräber auf der Qubbet el-Hawa stammen aus der Zeit des Alten und Mittleren Reiches. Bekannt sind die Gräber des

– Heqaib, der ja auch sein Heiligtum hier in der Siedlung von Elephantine hat

– Herchuf, mit seiner berühmten Inschrift, in der der junge König Pepi II. sich über einen Zwerg freut, den Herchuf aus Afrika mitgebracht hat

– Sarenput I., ein Gaufürst aus der Zeit des Mittleren Reiches

Ich war für den Besuch natürlich mal wieder total unvorbereitet und werde daheim erst einmal mit Publikationen meine Bilder sortieren müssen….

Desweiteren gibt es auch auf der Qubbet el-Hawa auch Reste einer Kirche aus koptischer Zeit und eines zugehörigen Klosters oberhalb der eigentlichen Gräber. Beides natürlich auch noch nicht ergraben und erfasst und die Bilder und Inschriften der Kirche leiden durch die Besucher massiv. Es ist so viel zu tun!

Nach der Hälfte der Gräber hat mich wieder der Klassiker ereilt: Kamera-Akku leer! Neuer Akku im Grabungshaus! Aber glücklicherweise hat man ja heutzutage ein Smartphone, was auch brauchbare Bilder macht 😉

Einige der Gräber sind offen und begehbar, aber ziemlich dunkel. Klassiker 2: Taschenlampe, im Grabungshaus! Aber die anderen hatten Licht dabei. Und: Retter Smartphone, mal wieder!

Ich konnte mir das ganze natürlich nicht entgehen lassen und musste einen dunklen, schrägen, vielversprechenden Schacht hinabgehen, aber außer viiiiiiiielen kleinen Fledermäusen, ihren Hinterlassenschaften und weiteren tiefen Schächten war leider nichts zu entdecken. Den Fledermausgeruch werde ich so schnell nicht mehr aus der Nase bekommen, zumal er mir am nächsten Tag wieder begegnen sollte!

Falls ihr interessiert seid, dann schaut in nächster Zeit immer mal wieder in meine Social-Media-Kanäle, da werde ich euch demnächst mit stabilem Netz in Deutschland mit genügend Bildern versorgen!

Da wir an diesem Tag durch den Ausflug das Mittagessen im Haus verpasst hatten, versorgten wir uns im Suq von Assuan dann noch mit Shawarma (köstlich!) und Zuckerrohrsaft (noch köstlicher!) und damit war der Tag dann auch gegessen 🙂

Mehr Staub und Steine gibt’s im nächsten Bericht!

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