Mach was draus!, Assuan, Tag 6

Heute, am vorletzten Tag unseres Kurses, hatten wir mit unseren Teilnehmern einen „Außentermin“. Wir haben uns nicht im Museum, sondern auf der Ausgrabung in Elephantine getroffen. Aus gutem Grund, denn mehr als die Hälfte unserer Teilnehmer sind Inspektoren und werden somit wahrscheinlicher in antiken Stätten unterwegs sein als in einem Museum.

Der Weg ins Licht? Nilometer der Satet auf Elephantine

Der Weg ins Licht? Nilometer der Satet auf Elephantine

Zudem sind die Bedingungen auf einer solchen Stätte natürlich ganz andere – es ist sonnig, es ist heiß, man hat viel mehr Strecke zurückzulegen und es ist bei weitem nicht so aufgeräumt, wie in einem Museum. Gerade hier in Elephantine, wo sehr viel wieder aufgebaut und rekonstruiert ist, geht vieles durcheinander – Schichten überlagern sich, auf den Resten der frühzeitlichen Befestigung liegen Siedlungsreste des Mittleren Reiches, die verschiedenen Satet-Tempel stehen nebeneinander, Reste andere Gebäude sind zusammengetragen – dort einen roten Faden zu finden ist sehr sehr schwer.

Einige unserer Kursteilnehmer sind selbst auch noch gar nicht auf der Ausgrabung gewesen, was sehr schade ist, andererseits ist es bei uns ja oftmals nicht anders. Die Museen in der eigenen Heimatstadt besucht man am wenigsten. Nun, diese Bildungslücke haben wir heute ja geschlossen und sind geschlagene 2 Stunden über den Kom (=Siedlungshügel) gewandert. Uns ging es natürlich auch um die Möglichkeiten, die man mit Kindern während einer solchen Besichtigung hat. Mit einer Gruppe kann man natürlich eine ganz klassische Führung machen, aber auch nur an ganz gezielt ausgewählten Punkten, vielleicht ab und an eine Pause einlegen, ein Märchen auf Papyrusrolle im Schatten vorlesen. Möglich sind natürlich auch die unbetreuten Angebote – unser Archäologischer Rucksack ließe sich bestimmt prima hier für Elephantine anpassen.

Nun, ich kann nur hoffen, daß meine Ausführungen bei den ägyptischen Kollegen auf offene Ohren stoßen und das einige meiner Anregungen vielleicht aufgenommen werden.

Morgen ist der letzte Tag unseres Kurses und der steht ganz im Zeichen der Vorbereitung des Kindertages – es wird gebastelt 🙂 Wir haben schon viel Material vorbereitet und mitgebracht, nichtsdestotrotz bin ich sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt!

Und wisst ihr was? Während ich hier schreibe sitze ich auf der Terrasse, direkt am Nil, die Sonne geht unter, der Himmel nimmt eine zartrosa, blasslila, hellorange Tönung an, eine leichte Brise weht, die Vögel gröhlen sich die Seele aus dem Leib, auf dem Nil segeln die Boote vorbei, die ersten Sterne beginnen am Himmel zu funkeln….es lässt sich aushalten.

Und wisst ihr noch was? Natürlich haben wir immer noch kein Netz…..eine unendliche Geschichte…

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