Bagpipes on the Nile – Assuan, Tag 1

(23.10.2015)

Heute hieß es Abschied nehmen von Kairo und wie wir gehört haben taten wir dies rechtzeitig. Um 12 Uhr ging unser Flieger nach Süden und heute Nachmittag war wohl ein Sandsturm, Glück gehabt (oder auch nicht, denn es wäre sicher interessant gewesen).

Kairo zeigte sich heute ruhig, denn was ich nicht wußte, hier in Ägypten ist Freitag und Samstag Wochenende – gestern abend war draußen noch ordentlich etwas los, heute dagegen ganz entspannt und ruhig, das allgegenwärtige Gehupe war fast verstummt sogar der Abgasgeruch war deutlich zurückgegangen.

Für uns hieß es auf zum ersten Katarakt, der natürlichen Südgrenze des alten Ägypten. Der Flug dauerte nur knapp eine Stunde, aber wenn man aus dem Flughafen aussteigt, ist man in einer anderen Welt. Nicht nur, daß die Luft hier ist wie in einem Backofen (nahe 40°, es soll zum Wochenende noch heißer werden!), auch die Leute sehen anders aus. Man befindet sich im nubischen Gebiet, der Menschenschlag ist deutlich afrikanischer geprägt als man dies im Norden in Kairo hatte. Der Flughafen Assuans liegt ziemlich außerhalb auf dem Westufer des Nils, es hieß also erst einmal wieder Taxi fahren. Ich sammele noch Erfahrungen, dann gibt es mal einen eigenen Beitrag zum Thema „Taxifahren in Ägypten“.

Die Umgebung des Flughafens ist Wüste, richtig schöne Wüste, orange-gelber Sand und dunkelbraune Steine, ein wundervoller Anblick. Genauso ist auch die Luft, wie aus dem Backofen, es trifft einen wie einen Schlag, wenn man aus dem frisch klimatisierten Flugzeug steigt. Der Weg nach Assuan führt über den Staudamm (den ersten, kleinen, nicht den ganz großen) und auch schon aus dem Flugzeug hatten wir einen guten Blick über den Stausee. Will ich jetzt was über den Stausee schreiben? Nein, ich glaube nicht.

Das Gebiet von Assuan ist felsig, große Granitrücken ziehen sich durch die Landschaft und bilden auch die Inseln im Nil. Ein Grund warum das Gebiet seit der Frühzeit auch für die Ägypter interessant war.

Blick von der Terrasse des Grabungshauses

Blick von der Terrasse des Grabungshauses

Wir sind im Deutschen Haus des DAI auf der Insel Elephantine untergebracht, daß heißt, nach Ankunft in Assuan mussten wir noch übersetzen – wir haben nicht die normale Fähre genutzt, sondern hatten ein privates Brot, daß uns direkt bis an die Anlegestelle des DAI-Hauses gebracht hat. Purer Luxus.

Der Nil hier ist im übrigen hier so sauber, ganz klar, man sieht wie sich die Granitfelsen dicht unter der Wasseroberfläche fortsetzen – Eisberg und Titanic sind gar nichts dagegen – und so sind wir dann noch ganz spontan heute am späten Nachmittag im Nil schwimmen gewesen! Natürlich sittlich bekleidet mit langen T-Shirts, aber das ist das beste, was man bei dem heißen Wetter hier tun kann. Ich kann also stolz von mir behaupten, ich bin im ersten Katarakt geschwommen!

Für morgen steht eine Begehung der Grabung auf Elephantine an – wir erwarten in der nächsten Woche nämlich einige Klassen der DEO, die wir führen dürfen – und natürlich ein erster Besuch des Nubischen Museums in Assuan, wo ab Sonntag unser Kurs Museumspädagogik stattfinden wird.

Und die Bagpipes? Kathryn, eine der Mitarbeiterinnen hier im Haus, spielt Dudelsack, leider ist der Sack kürzlich kaputt gegangen und nur noch die Pipes übrig, die sie heute Abend auf der Terrasse mit Blick auf den Nil spielte….

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