Der Eine und die Vielen

Gestern hatte ich (endlich) mal wieder eine Schulklasse zur Führung im Museum – mit dem ganzen anderen Drumherum im Museum komme ich dazu leider viel zu selten.

Es war eine Mittelschulklasse mit einem sehr hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund – eine bunte Mischung an Hautfarben und kulturellen Hintergründen und die Begegnung mit dieser Klasse hat den letzten Anstoß gegeben, einen Beitrag zu schreiben, den ich gedanklich schon sehr lange mit mir herumtrage.

Doch schon die Titelfindung ist alles andere als einfach. „Vom Lob der Vielfalt“ oder auch „Warum wir alle eins sind“ schwebten mir im Kopf herum. Zwei Titel, die sich eigentlich widersprechen. Vielfalt. Eins sein. Letztendlich habe ich mich beim Titel dann doch wieder fürs altägyptische entschieden und einen Buchtitel von Erik Hornung zitiert 😉 Altägypten. Gut für alles!

Die Kinder gestern waren sehr vielfältig. Ich habe nicht gefragt, wo sie alle herkommen, aber vom Ansehen her waren einige afrikanische Mädchen dabei, Jungs aus Indien? Pakistan? Ost- und Südeuropa waren vertreten. Aber beim später drüber nachdenken ist es mir bewusstt geworden, daß ich kurz darüber nachgedacht habe, wo sie wohl herkommen, es mir dann aber eigentlich auch ziemlich egal war, denn egal woher, sie waren ja doch eins. Eine Klasse, die gemeinsam zum Museumsbesuch gekommen war.

In den letzten Jahren hat sich unsere Gesellschaft verändert. Wir sind viel durchmischter geworden. Ich sehe das auch an meinem Sohn. Seine drei besten Freunde sind ein Grieche, ein Türke und ein Litauer-Kroate. Auch die restliche Mischung in Schulklasse und Hort ist genauso vielfältig. Und auch da ist es eigentlich herzlich egal, wo sie herkommen, was zählt ist doch, daß sie hier sind. Daß sie gemeinsam leben, lernen, spielen!

Auch wenn ich es immer wieder unbewusst tue, so stört es mich doch, daß immer viel auf die Herkunft von Leuten geachtet wird. Auch die Nomenklatur stört mich. Hier die Deutschen. Da die Anderen. Die Kinder mit Migrationshintergrund. Die Ausländer. Die Fremden. Ich finde, alleine die Bezeichnung ist schon eine Art der Ausgrenzung. Etwas, daß eigentlich nicht sein muß und nicht sein sollte. Wir. Und ihr.

Ich finde Vielfalt wichtig. Ich habe keine Angst, daß meine kulturelle Identität mit der Zuwanderung aus anderen Ländern verloren geht. Wenn jeder dem anderen freundlich und respektvoll gegenüber tritt, die Unterschiede akzeptiert, neugierig ist und willens über seinen eigenen Tellerrand hinauszuschauen, dann kann man durch eine solche Vielfalt doch nur voneinander profitieren und voneinander lernen.

Letztendlich sind die Unterschiede doch gar nicht so groß, denn eigentlich und schlußendlich sind wir doch alle eins, nämlich nur Menschen. Ungeachtet unserer Herkunft (die Erde!), unserer Hautfarbe (bunt!) und unseres Geschlechts (Mensch!).

Deswegen, seid offen. Seid ehrlich, freundlich und interessiert. Begegnet einander mit Respekt. Freut euch an der Andersartigkeit, an der Vielfalt, am Variantenreichtum der Menschen, denen ihr begegnet. Liebet einander und wen ihr wollt. Seid glücklich.

Infinite Diversity in Infinite Combinations.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s