„Wehe, George…!“

„….wehe, Du verabschiedest Dich aus dieser Welt, bevor Du Deine Bücher zu Ende geschrieben hast. Das habe ich schon zweimal durch und brauche es kein drittes Mal!“

Dieser Ausruf gilt natürlich George R. R. Martin, seines Zeichens Autor der großartigen Reihe „A Song of Ice and Fire“, in der bisher 5 Bände erschienen sind. Ein sechster steht kurz vor dem Erscheinen, ein siebter soll die Reihe abschließen.

Ursprünglich war die Serie auf drei Bände ausgelegt, allerdings hat sie inzwischen solche Dimensionen angenommen, daß Martin zwischenzeitlich umplanen musste. Eine Geschichte geht oftmals ihren eigenen Weg. Für die letzten beiden Bücher sind 1.500 Seiten Manuskript vorgesehen. So manch ein Fan zweifelt, ob er es in zwei Bänden schafft.

Wir werden sehen. Hoffentlich. Denn Martin geht mit großen Schritten auf seinen 68. Geburtstag zu und es wäre nicht das erste Mal, daß ein Autor vor Beendigung seines Lebenswerkes verstirbt.

Da wäre zum Beispiel

Robert Jordan

Robert Jordan ist Autor der nicht minder umfangreichen Buchreihe „Das Rad der Zeit“ / „The Wheel of Time“, die aus 14 Bänden (zwischen 600 bis 1000 Seiten stark) und einem Prequel besteht. Die ersten 11 Bände hat er selbst veröffentlicht, im April 2006 wurde bei ihm eine äußert seltene und schnell tödliche Blutkrankheit festgestellt. Es war also für ihn abzusehen, daß er es nicht schaffen würde, die Reihe zu beenden.

In Vorbereitung dessen arbeitete er vor, schrieb Texte für das Ende der Reihe und setzte seine Familie, insbesondere seine Frau über den genauen Geschichtsplot in Kenntnis.

Robert Jordan starb im September 2007. Nach seinem Tod erwählte seine Witwe Harriet McDougal den Schriftsteller Brandon Sanderson, die Reihe zu Ende zu führen. Im Jahr 2013 erschien der letzte und abschließende Band.

 

Ein andere Fall ist

Harald Evers

Harald Evers ist Autor der deutschsprachigen „Höhlenwelt-Saga“, die auf 3 Zyklen mit je 4 Bänden ausgelegt war. 8 Bücher erschienen in den Jahren 2001 bis 2005, im November 2006 verstarb Evers überraschend im Alter von nur 49 Jahren an einem Herzinfarkt.

Aufgrund von Erb- und Familienstreitigkeiten nach seinem Tod ist von seinem Werk und seiner Plotplanung nichts übrig geblieben.

Die Höhlenwelt-Saga wird für immer unvollendet bleiben.

 

Deswegen: „Wehe, George!“

 

Für alle, die noch nicht genug gelesen haben, folgt hier eine Aufstellung und kurze Inhaltsangabe der drei Buchreihen.

„A Song of Ice and Fire“

Die Reihe wird – voraussichtlich – aus folgenden Büchern bestehen:

  1. „A Game of Thrones“ (1996)
  2. „A Clash of Kings“ (1999)
  3. „A Storm of Swords“ (2000)
  4. „A Feast for Crows“ (2005)
  5. „A Dance of Dragons“ (2011)
  6. „The Winds of Winter“
  7. „A Dream of Spring“

Worum geht’s?

Der Kontinent Westeros besteht aus sieben Königreichen, die Jahrhunderte unter der Herrschaft der Familie Targaryen standen, die nach Aufstand und Bürgerkrieg 15 Jahre vor Beginn der Romanhandlung aber von Robert Baratheon abgesetzt wurden. Die Romane beschreiben die Wirren im Kampf um die Nachfolge Baratheons, der in der Mitte des ersten Bandes stirbt. Verschiedene Adelshäuser ringen um die Macht in Westeros, während im Osten, auf dem Kontinent Essos, sich die letzte Targaryen auf den Weg macht, das Reich ihrer Vorfahren zurückzuerobern.
Im Norden von Westeros, der von einer gigantischen Eismauer begrenzt wird, regt sich derweil noch eine ganz andere Bedrohung.

Und warum sollst Du es lesen?

George Martin hat einen gigantischen, wuchtigen Schreibstil. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer Person erzählt. Durch diesen Wechsel bieten sich überraschende Perspektiven und man lernt, auch vermeintliche Schurken zu verstehen. Desweiteren hat Martin keinerlei Hemmungen, seine Hauptpersonen gnadenlos umzubringen. Erschütternd.

Wer nicht lesen will – HBO hat’s verfilmt, die Serie ist inzwischen auch auf DVD/Blu ray zu haben.

Was bedeuten die Bücher mir?

Herzrasen. Warten.
Ersteres aus Spannung, zweiteres auf die Fortsetzung. Ich bin seit Erscheinen des zweiten Bandes dabei und geiere seitdem auf die Fortsetzung. Und spätestens nach dem Tod oben angesprochener Hauptfigur hatten mich die Bücher gepackt. reaktion: „Das kann nicht sein. Das ist jetzt nicht sein Ernst. Er kann den doch nicht einfach…? Der muß doch wiederkommen! Das ist doch ein Trick!“ Hektisches Geblätter.
Nein, war es nicht. Seufz.
Danach fragt man sich nur noch, wer als nächstes dran ist.

 

„The Wheel of Time“

Die Reihe besteht aus folgenden Bänden:

  1. „The Eye of the World“ (1990)
  2. „The Great Hunt“ (1990)
  3. „The Dragon Reborn“ (1991)
  4. „The Shadow Rising“ (1992)
  5. „The Fires of Heaven“ (1993)
  6. „Lord of Chaos“ (1994)
  7. „A Crown of Swords“ (1996)
  8. „The Path of Daggers“ (1998)
  9. „Winter’s Heart“ (2000)
  10. „Crossroads of Twilight“ (2003)
  11. „Knife of Dreams“ (2005)
  12. „The Gathering Storm“ (2009)
  13. „Towers of Midnight“ (2010)
  14. „A Memory of Light“ (2013)

Worum geht’s?

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse.
Gut, ein bisschen mehr ist es schon. Zu Beginn der Zeit hat der Schöpfer die Welt geschaffen und seinen Widersacher in Shayol Ghul eingeschlossen. Im Rad der Zeit folgt ein Zeitalter auf das nächste und immer versucht sich der Widersacher zu befreien. Dabei findet er Hilfe in den Anhängern der Schatten. Die Anhänger des Lichts versuchen sie zu bekämpfen.
Mit Beginn der Romane hat es der Widersacher fast geschafft, sein Gefängnis droht aufzubrechen und nur einer kann ihm in der letzten Schlacht gegenübertreten – der Wiedergeborene Drache, der von seinem Schicksal noch nichts ahnt, sondern als Bauernjunge in der Provinz aufwächst. Sein Weg und der seiner Gefährten wird lang und gefährlich.

Und warum sollst Du es lesen?

Insgesamt über 12.000 Seiten in einer detailliert ausgearbeiteten Welt mit Helden und Schurken, mit Gut und Böse und vor allem – mit einem Ende!

Was bedeuten die Bücher mir?

Die Bücher sind einer der Gründe, warum ich inzwischen ausschließlich im Original lese. Die deutsche Übersetzung hat nämlich die dicken Bände in teilweise bis zu vier Bücher aufgesplittet. Ich habe im Jahr 1994 oder 95 mit Lesen begonnen und es irgendwann nicht mehr eingesehen, soviel Geld auszugeben. Und dank Jana (MyDenglishPOV) hatte ich sogar schon zwei der Original-Bücher – sie hatte sie mir aus den USA mitgebracht, als es sie hier in Deutschland noch nicht gab – meine ewige Dankbarkeit 😉
Fast zwanzig Jahre meines Leserlebens hat mich diese Reihe begleitet. Am Ende ist ein ganzer See von Tränen geflossen.

 

Die Höhlenwelt-Saga

Die Reihe besteht aus diesen Büchern:

  1. Die Bruderschaft von Yoor (2001)
  2. Leandras Schwur (2001)
  3. Der dunkle Pakt (2001)
  4. Das magische Siegel (2002)
  5. Die Schwestern des Windes (2003)
  6. Die Mauer des Schweigens (2004)
  7. Die Monde von Jonissar (2004)
  8. Die Magie der Höhlenwelt (2005)

Worum geht’s?
Die Höhlenwelt liegt unter der Oberfläche eines kleinen Planeten, der eine unscheinbare gelbe Sonne umkreist. Unter seiner Kruste liegen riesige Kavernen, unterbrochen von mächtigen Stützpfeilern, die bis zum Felsenhimmel heraufreichen. Im Felsenhimmel finden sich kristalline Einschlüsse, die Sonnenfenster, durch die Sonnen-, Mond- und Sternenlicht die Höhlenwelt erreicht.
Die Höhlenwelt wird von einem Menschenvolk bewohnt, das Magie beherrscht. Neben den Menschen gibt es unterschiedliche Drachenarten, die in der Luft – hoch an den Stützpfeilern – oder tief im Meer leben.
Die Magie scheint außerhalb der Höhlenwelt unbekannt zu sein. Zumindest versuchen die Drakken, eine Echsenspezies, während der Besetzung der Höhlenwelt hinter ihr Geheimnis zu kommen…

Und warum sollst Du es lesen?

Der Entwurf einer ungewöhnlichen Welt, eine liebenswerte Protagonistin und Drachen! Dazu ein höchst ungewöhnlicher Mix aus Fantasy und Science Fiction, Raumfische (sic!) und Fantasy-Literatur aus deutschen Landen. Das muß honoriert werden. Leider wird die Saga unvollendet bleiben.

Was bedeuten die Bücher mir?

Ich bin durch das Cover auf die Bücher aufmerksam geworden. Die ersten 4 Bände tragen in der Originalausgabe nämlich Bilder von H.W. Sahm, die auch als Inspiration für die Höhlenwelt dienten. Mein Vater ist ein großer Fan von Sahm, die Bilder hingen bei uns daheim.
Auch die Geschichte hat mich gefesselt, sie ist unterhaltsam und spannend geschrieben und mir gefällt vor allem der Mix aus Fantasy und Science Fiction – wann gerät schon mal eine quasi-mittelalterliche, magiebegabte Heldin in den Weltraum und muß sich mit einem galaktischen Imperium auseinandersetzen?
Zur Höhlenwelt-Saga gab es ein sehr aktives Forum im Internet, wo auch Harald Evers sich äußerte. Durch das Forum bin ich mit ihm in Kontakt gekommen und hatte auch die Ehre, ihn persönlich kennenzulernen. Sein plötzlicher Tod hat uns Fans alle sehr mitgenommen.
Wer mehr wissen will über die Bücher, dem sei meine (uralte) Internetseite Caveworld anempfohlen. Dort ist alles an Informationen zusammengetragen.

 

Hui, viel Text zu drei großartigen Romanreihen. Habt ihr eine davon gelesen? Was verbindet ihr damit? Habt ihr vielleicht Lesetips, die in eine ähnliche Richtung gehen? Wie immer freue ich mich über eure Kommentare und Rückmeldungen!

 

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